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Mariusz (Grajewo):
Zu Beginn des praktischen Teils des "Podlasie" - Projektes hatte ich viele Sorgen und Fragen, auf die ich kaum eine Antwort finden konnte. Warum Podlasie? – mein Unwissen diskreditierte diese Region mehrmals, denn ihre Attraktivität war in meinen Augen nur durch die Existenz des Wisents von Bialowieza und des Palastes der Familie Branicki gegeben. Warum gerade mit den Deutschen? Was haben die mit dieser Region zu tun? – und schon wieder meldete sich meine Inkompetenz, begleitet leider von meinem Vorurteil gegenüber den Deutschen – den „Steifen“. Wie es sich später zeigte, waren alle meinen Sorgen unbegründet und hatten nichts mit der Realität zu tun.
Podlasie hat sich als eine Enklave der Multikulturalität und Multiethnizität präsentiert, als ein Ort, an dem die Menschen verschiedener Konfessionen und Nationalitäten (darunter auch die Deutschen) gemeinsam gelebt haben, und dessen „Überbleibsel“ bis heute in greifbarer Nähe vorhanden sind. Krynki, Tykocin, Kruszyniany, Suprasl, Michalowo sind Orte, die uns geholfen haben, sich in diese Zeit zu versetzen und den mehrsprachigen Stimmen der Städtchen dieser Region zuzuhören und ihre farbige Kulturlandschaft kennen zu lernen. Die Tradition dieser Gegend sollte die Grundlagen der Identität eines jeden Bewohners von Podlasie bilden - die, eines Polen und Europäer gleichzeitig.
Dank des Workshops lernte ich, wahrlich zum ersten Mal, die Bedeutung der „Oral History“ kennen. Die Erfahrungen der Menschen, die nicht selten Zeugen wichtiger Ereignisse waren, lassen ein neues Licht auf die bisherige Historiographie werfen. Es scheint eine ideale Verknüpfung zu sein, die Geschichte unter dem soziologischen Gesichtspunkt zu untersuchen, indem man das Wissen der Menschen nutzt, die von den Ereignissen wirklich betroffen waren.
Und vermutlich das wichtigste: Ich habe fantastische Menschen getroffen. Schon am ersten Tag ist der Stereotyp eines „steifen“ Deutschen begraben worden. Außerdem konnte ich die polnischen Studenten besser kennen lernen, mit denen mich bis dahin nicht viel verband, welche aber im Laufe des Projekts zu meinen guten Freunden und Freundinnen geworden sind.
Ich bedanke mich bei allen, die zur Realisierung dieses, meiner Meinung nach sehr fruchtbaren, Projektes beigetragen haben, insbesondere bei den Koordinatoren – Anna und Wojtek.
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